Eine Innenansicht

Vielleicht sollte ich vorausschicken, dass ich ja eher ein musischer Mensch bin. Nicht, dass ich mir darauf groß was einbilde, aber es macht deutlich, dass meine Anwesenheit in einer High-Tech-Firma keineswegs selbstverständlich ist. d&b audiotechnik war mir bekannt als Hersteller technisch hochentwickelter Qualitätsprodukte, und ich hatte von daher ein Klischee im Kopf, als ich Mitte der achtziger Jahre das erste Mal die Firma betrat: grau bekittelte, emsig agierende Damen und Herren mit Rechenschiebern und wichtigen Falten in der Stirn. Statt dessen fand ich mich wieder in einer, wenn auch leicht hektischen, so doch in erster Linie offenen und lockeren Umgebung, in der die Arbeit eher nebenbei eine Rolle zu spielen schien.


d&b komplett, als die Neunziger noch ganz jung waren ...


Vielleicht war es das, was mich von Anfang an so faszinierte an dieser Firma. Zwar beeindruckte mich beim Gang durch die Räume die Akribie, mit der man hier zu Werke ging, doch hatte ich nicht den Eindruck, allein das Produkt stünde dabei im Mittelpunkt aller Aktivitäten. In jedem Gespräch, bei jeder technischen Beschreibung wurde deutlich, dass es hier eigentlich darum ging, Musik gut klingen zu lassen. Und es war spürbar, dass dieser Betrieb im kleinen Kreis entstanden war.


... fünfzehn Jahre später braucht's schon viel Distanz, um möglichst viele auf's Bild zu bannen.


Am Anfang stand auch bei d&b die unvermeidliche Garage. Und zwei Hobbymusiker, Jürgen Daubert und Rolf Belz, die die Erfahrung gemacht hatten, dass es eben nicht immer so aus dem Wald der Verstärkertürme herausschallt, wie man hineinruft. So beschlossen sie, der Audiotechnik neue Impulse zu verleihen, geleitet von der festen Überzeugung, dass die richtige Antwort auf die Herausforderungen der Elektroakustik nicht einfach nur immer größere und lautere Boxen sein konnten.

 

In ihrem Bemühen unterstützt wurden die beiden bald darauf von Werner Bayer, genannt "Vier", als dem Dritten im Bunde. Er galt schon damals als Magier des Mischpults. Was er bei seiner Arbeit vermisste, waren schlicht und einfach wohlklingende Systeme.


Wir sind halt doch echte Schwaben (Entwickler Andy Mietling beim Verzehr der obligatorischen Butterbrezel)...


Das alles geschah so um neunzehnhundertachtzig. Und in Korb, einem beschaulichen schwäbischen Platz an der Sonne, entstanden die ersten Prototypen dessen, was schon kurze Zeit später zu den legendären controllergesteuerten Beschallungs-Systemen werden sollte. Und zwar dann, als man genug davon hatte, hier einen guten Lautsprecher zu optimieren, da noch eine Frequenzweiche zu revolutionieren und dort an einem neuen Mischpult zu basteln. Und statt dessen alle Erfahrungen, Ideen und die bereits entwickelten Komponenten unter einen Hut brachte, in ein geschlossenes System aus einem Guss verpackte.

 

Mit dem Erfolg dieses Konzepts war natürlich die Vertreibung aus dem Garagen-Paradies vorprogrammiert - dringend benötigte Produktionsfläche, Lagerkapazitäten und die Erweiterung des Mitarbeiterkreises machten den Umzug in eine vormalige Schreinerei unausweichlich.


... und eine eingeschworene Gemeinschaft (Iris Mann, Marc Pilipp).


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