04. Mai 2017

Amsterdam ArenA auf neuem Klangniveau

Die Amsterdam ArenA, Heimstatt des AFC Ajax, ist ein ganz besonderes Stadion, das nicht nur die niederländische Fußballnationalmannschaft gerne bespielt; immer wieder dient es auch als Spielstätte internationaler Fußballereignisse. Aber auch Tina Turner, die Stones, U2 und viele andere Poplegenden waren oder sind im größten Stadion der Niederlande regelmäßig zu Gast. Nun wurde im Zuge der Renovierung des 1996 eröffneten Stadions im Hinblick auf die EM 2020 mit der Y-Serie auch eine neue Audiolösung installiert.

„Für eine Investition in die Beschallung kann man genauso wenig den Eintritt erhöhen wie für unsere LED-Wände oder die Rolltreppen“, sagt Tim Oosterop, Production Manager der Arena. „Diese Dinge wirken sich nicht direkt auf die Einnahmen aus, doch sie sorgen dafür, dass das Publikum früher kommt und länger bleibt. Die Zuschauer nutzen umfassend unsere Angebote, und das ist gut für den Umsatz. Ajax Amsterdam hat bereits eine eigene Videoproduktion und steckt viel Arbeit in die Stimmung im Stadion vor einem Spiel. Unterhaltung ist dabei das Schlüsselkriterium, und dabei wiederum ist eine qualitativ hochwertige Beschallungsanlage ganz wesentlich.“

Bei der Planung eines neuen Beschallungssystems haben Tim Oosterup und der technische Leiter Martin Wielaart drei Hauptziele verfolgt:

1. Die Einhaltung der UEFA- und FIFA-Regeln für akustische Leistung und Sprachverständlichkeit und die Erfüllung nationaler und internationaler Sicherheitsbestimmungen für Notfallwarnsysteme im Falle einer Evakuierung.

2. Eine Lösung unter Berücksichtigung der atypischen Akustik des Ortes und der Schwierigkeiten, die im Rahmen realistischer finanzieller Vorgaben nicht durch laufende Baumaßnahmen beseitigt werden können.

3. Eine Verbesserung des Renommees der Arena als Austragungsort für andere Veranstaltungen, insbesondere Konzerte, durch eine Beschallungsanlage eines anerkannten Marktführers.

Um den Sicherheits- und anderen gesetzlichen Bestimmungen Rechnung zu tragen, wurde die RH Consulting beauftragt, die schon 2012 das Organisationskomitee der Olympischen Spiele in London für den Audiobereich beraten hat. Roland Hemming von RH sagt dazu: „Unsere Vorlagen für so einen großen und komplexen Veranstaltungsort zielten darauf ab, ein leistungsfähiges System innerhalb der gesetzlichen Vorgaben, einschließlich der niederländischen Gesetzeslage, zu integrieren. Es gab drei Versionen: für die örtlichen Sicherheitsbehörden, für die Anbieter, die die Auflagen beachten müssen, und für FIFA und UEFA.“

Für die angestrebte Klangqualität, so Oosterop bedurfte es einer namhaften Beschallungsanlage, die in der Konzert- und Eventbranche als hochwertig anerkannt ist. „Unsere Erkundigungen ergaben, dass d&b bereits seit vielen Jahren die Nummer eins in diesem Bereich ist. Zusammen mit drei anderen Anbietern wurden sie eingeladen, uns ein Angebot zu unterbreiten.“

Dass sich die ArrayProcessing-Funktion von d&b problemlos mit dem bestehenden MediaMatrix Managementsystem der Arena verknüpfen lässt und so einen einfachen und leichten Weg für die Ausführung der verschiedensten Eventformate bietet, ohne Abstriche bei der Sicherheit machen zu müssen, war für Oosterop ausschlaggebend. „Damit können wir nun den verantwortlichen Planern akustische Modelle und zuverlässige Szenarien für ihre Veranstaltungen bei uns liefern, und mit dieser Audio-Infrastruktur können sie den besten Klang erzielen. Mit der Simulationssoftware und den dazugehörigen Daten haben sie Zeit und Raum, ihre Events entsprechend zu planen.“

Stefan Goertz vom d&b Education and Application Support erklärt, wie diese Flexibilität in Bezug auf die verschiedenen Anforderungen im Systemdesign erreicht wurde: „Um bei Konzerten die Konfiguration schnell und einfach anzupassen, lassen sich drei Line Arrays durch einen einfachen Mechanismus schwenken – mit einem Seil können vom Wartungssteg aus Bolzen bedient werden, mit einem zweiten Seil kann man das Array manuell drehen. Die Bolzen sind gefedert, sie rasten in einer dafür vorgesehenen zweiten Position ein und halten das Array in der Konzert-Konfiguration. Das ist ein sehr zuverlässiger manueller Vorgang, dafür braucht man keine komplexen Motorsteuerungen zur Positionskontrolle. Für die Fußballspiele können die Arrays schnell und leicht wieder rückpositioniert werden.“

„Die Qualität des d&b Systems zeigte sich nicht nur in der höheren akustischen Leistung, es gab noch andere Vorzüge, nicht zuletzt eine beträchtliche Energieeinsparung“, sagt Oosterup. „Um den Sicherheitsbestimmungen zu entsprechen, musste das bisherige System rund um die Uhr laufen, damit es im Notfall bei einer erforderlichen Evakuierung sofort reagierte. Nun können wir die Anlage abschalten, wenn sie nicht gebraucht wird, doch wenn man den Notknopf drückt, ist das System in einer halben Sekunde hochgefahren. Darüber hinaus kann man bei kleineren Veranstaltungen, bei denen das Stadion eventuell nur zum Teil besetzt ist, das System in bestimmte Zonen einteilen. In der Arena ist nun nicht nur der Klang wesentlich besser geworden – dass das System nicht die ganze Zeit im Hintergrund laufen muss, ist für uns natürlich eine große Ersparnis, der Energieverbrauch, wenn keine Veranstaltung stattfindet, wurde signifikant verringert – insgesamt liegt die Einsparung im Audiobereich bei 85 Prozent. Das ist nicht nur ein immenser finanzieller, sondern auch ein großer ökologischer Vorteil. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Arena CO2-neutral zu betreiben. Solarpaneele und Windturbinen haben wir bereits installiert, mit d&b sind wir unserem Ziel nun wieder einen Schritt näher gekommen.“

 

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Jorrit Lousberg