14. März 2017

d&b in Houston. Q-Sys Plug-in für integrierten Klang im Stadion.

Im Rice Stadium von Houston, Texas, verkündete einst Präsident John F. Kennedy, dass die USA zum Mond fliegen würden. Eine der ersten öffentlichen Erklärungen, die dank der aufkommenden Satellitentechnik über die modernen Medien in die ganze Welt getragen werden konnten. Für John Miller von der Technical Design Group (TDG) in Austin ist dies „ein Vermächtnis der damaligen Zeit und Technik“. TDG wurde vom Rice College damit beauftragt, das System der Ton- und Bildwiedergabe in dem 70000 Zuschauer fassenden Stadion vollständig zu erneuern.

Dass die Haupttribühnen des Stadions alle offen und nicht überdacht sind, stellte eine wesentliche Beschränkung in der Planung dar. „Wir mussten eine Punktquellenlösung erarbeiten, kein dezentrales System, denn wegen der Beschaffenheit des Stadions hätte so eine Installation beträchtliche Kosten verursacht“, sagt Miller.

Nach einem strengen Ausschreibungsverfahren entschied man sich schließlich für ein System aus J- und V-Serie Lautsprechern. Der d&b Installationspartner Big House Sound stellte das System nach den Vorgaben von TDG zusammen. „Wir haben umfangreiche Erfahrungen mit der J-Serie in Stadien, allerdings nicht als Festinstallation. Somit war es eine neuartige Lösung – die erste in einem großen Stadion festinstallierte J-Serie in den USA –, aber wir wussten, das System konnte genau das liefern, was TDG wollte“, so Zach Richards von Big House Sound.

Natürlich reicht es nicht aus, nur ein System zusammenzustellen. „Das Problem im Stadion sind die enormen Glasflächen im Norden, Süden und Westen“, so Miller. „Das frühere System hat den Klang gewissermaßen rundherum gejagt, sodass die Sprachverständlichkeit sehr gelitten hat. Mit ArrayCalc konnten wir errechnen, dass durch die Qualität des neuen Systems eine ideale Abdeckung mit minimalen Einbußen durch reflektierende Oberflächen erzielt werden kann.“

„Nach unserer Erfahrung entwickeln sich die Bedürfnisse der Kunden mit der Zeit auch weiter“, fügt Richards hinzu. „Womit sie anfangs zufrieden waren, kann später unter Umständen Änderungen erfordern. Wenn man zum Beispiel eine Tribüne renoviert, ändern sich die Erfordernisse. Also haben wir mit ArrayCalc eine flexible Vorlage erarbeitet und unseren Auftraggeber zu einer Art Gitterunterbau überredet, der für die geflogenen Arrays nach den Seiten hin Bewegungsfreiheit schafft. Zudem trug er dazu bei, das Line Array in beträchtlicher Höhe gegen Windeinwirkung zu stabilisieren – der unterste Lautsprecher der Arrays hängt zwanzig Meter über dem Spielfeld.

Zur vollständigen Integration des Audiosystems mit der neuen Videoanlage sowie mit Kommentatoren- und Sender-Teams wurde die Q-SYS-Plattform von TDG spezifiziert. „Auf diesen digitalen Signalprozessor mit seinen schier unzähligen Eingängen und Ausgängen ist einfach Verlass“, findet Miller.

Angetrieben wird das System über 30D Verstärker. „Sie passen perfekt zu dieser Art von Installation“, meint Richards. „Durch Funktionen wie GPIOs und natürlich die Tatsache, dass d&b das Q-SYS-Plugin gerade auf den Markt brachte, als wir in das Projekt eingestiegen sind, war es die ideale Wahl. Die gesamte Systemüberwachung sowie Standby- und Ausfallsicherungsfunktionalitäten erfolgen alle über Q-SYS.“

Q-SYS kontrolliert das gesamte Audio-Netzwerk über duale redundante 500i Cores mit digitalen Primary AES-Leitungen zu den 30D Verstärkern und analogen Backup-Kanälen. Zusätzlich stehen Dante-fähige Schnittstellen zur Verfügung, um Sender, Kommentatoren vor Ort, Schiedsrichter und die Yamaha-Konsole in Q-SYS zu integrieren.