20. September 2017

Paul Kalkbrenner: Zurück in die Zukunft mit d&b ArrayProcessing!

Im Frühjahr 2017 trat Techno-Legende Paul Kalkbrenner im Rahmen einer ausverkauften Club-Tournee eine Reise „zurück in die Zukunft“ an: Die musikalische Techno-Geschichtsstunde (bei den Live-Shows de facto eine Doppelstunde …) beinhaltete elektronische Songs aus Kalkbrenners Jugend, die im Rahmen eines ambitionierten Retro-Projekts neu zusammengemischt wurden – eigene Kompositionen klammerte der deutsche DJ dabei aus.

Mit d&b audiotechnik „auf Nummer sicher“

Die Produktion war im deutschen Teil der Tournee mit einer eigenen Beschallungsanlage unterwegs, welche von der TSE AG geliefert wurde. Für die Publikumsbeschallung im Kölner E-Werk kam das von der Produktion mitgeführte Maximal-Setup zum Einsatz: Links und rechts des Podiums wurden d&b J-Arrays geflogen, die sich aus je sechs J8 und zwei darunter befestigten J12 zusammensetzten.

In Köln befanden sich zwölf J-SUB sowie vier J-INFRA im Einsatz und wurden als „mixed SUBarray“ betrieben. Auf den Subwoofern waren verteilt über die gesamte Bühnenbreite vier d&b V12 als Frontfills für die ersten Zuschauerreihen abgelegt. Im Truck befand sich weiteres Material von d&b audiotechnik (u. a. T10 für eine Side-PA), das je nach Beschaffenheit der einzelnen Auftrittsorte Verwendung fand.

Monitoring in XXL

Auf der Bühne wurde Paul Kalkbrenner links und rechts seines DJ-Platzes von Boxen-Stacks beachtlicher Dimension flankiert, die sich aus je zwei d&b V-SUB Hochleistungssubwoofern sowie zwei darauf aufgestellten d&b V7P Dreiwegesystemen zusammensetzten. „Normalerweise tritt Paul mit Wedges auf, aber für die aktuelle Tournee sind wir auf Sidefills umgestiegen, damit er an seinem Platz noch mehr Bewegungsfreiheit erhält und sich überall gut hören kann“, erläuterte Alexander Lewin, der seit 2012 regelmäßig als Mischer und Systemtechniker für Paul Kalkbrenner tätig ist. „In puncto Sound geht es bei den Stacks nicht vorrangig um Lautstärke, sondern um einen voluminösen Klang - wir fahren das System bei Weitem nicht aus!“

Amping im Netzwerk

Vom Lewins Pult wurden Dante-Signale an d&b DS10 Audio Network Bridges (1 x Ampcity links, 1 x Ampcity rechts, 1 x Spare) gesendet, welche ihrerseits AES3-Signale auf die digitalen Eingänge der Verstärker verteilten. Bei Letzteren handelte sich erwartungsgemäß um vierkanalige D80 Hochleistungsverstärker von d&b audiotechnik: Pro Seite fanden bei den Shows drei D80 Touring Rack Assemblies mit Stromverteiler, Anschlussfeld und jeweils drei D80 Endstufen (18 Endstufen insgesamt) Verwendung. Eine weitere D80 Endstufe wurde für die rechts/links des DJs aufgestellten Sidefills genutzt, und ein zusätzlicher D80 Amp wurde als Reserve vorgehalten. Die d&b R1 Fernsteuer-Software bildete das gesamte System auf ihrer Benutzeroberfläche ab.

Alexander Lewin verzichtete bewusst auf einen externen Prozessor und verwendete für sämtliche Systemeinstellungen ausschließlich die in die D80 Endstufen integrierten DSP-Module. „Die Bedienung per Tablet-PC ist ebenso komfortabel wie bei einem externen Gerät“, konstatierte Lewin.

ArrayProcessing für den perfekten Club-Sound

Alexander Lewin hatte an seinem Arbeitsplatz einen Laptop aufgestellt, auf dessen Bildschirm die Oberfläche der d&b ArrayCalc-Simulationssoftware zu sehen war. ArrayProcessing war für die Tournee von Beginn an ein Thema: „Ich sehe zu, dass der Sound anständig drückt, dabei aber nicht belastend ist“, erklärte Alexander Lewin zu den von ihm gewählten Einstellungen.

ArrayProcessing stellt als optional verfügbare Funktion innerhalb des d&b Simulationsprogramms ArrayCalc V8 ausgeklügelte Filteralgorithmen bereit, mit denen das Verhalten von d&b Line-Arrays über die gesamte Hörfläche eines Veranstaltungsortes berechnet und bei Bedarf optimiert werden kann. Bei definiertem Pegelverlauf wird durch eine Verbesserung der spektralen Konsistenz für jeden Zuhörer unabhängig von dessen individuellem Steh- bzw. Sitzplatz ein vergleichbares Klangerlebnis erzielt.

Obwohl sich die Erwartungshaltung der Besucher in Köln offenkundig einem typischen Konzert orientierte und während der Show alle Augen auf den von zuckenden Lichtgewittern illuminierten DJ gerichtet waren, kam die Beschallung tendenziell einem typischen Club-Erlebnis nahe: Alexander Lewin hatte das E-Werk mithilfe von ArrayProcessing in drei Zonen mit durchgängiger tonaler Balance aufgeteilt, sich allerdings für einen sanften Roll-off am hinteren Ende der Halle entschieden: „Den Roll-off habe ich bewusst nicht so extrem gesetzt, wie ich es bei einer Band machen würde“, erläuterte der Audiospezialist. „In einer Diskothek gibt es zwar Chillout-Areas, aber auf der Tanzfläche ist der Sound dank Vierpunkt-Beschallung überall präsent und recht gleichmäßig verteilt, was meine aktuellen ArrayProcessing-Einstellungen in gewisser Weise nachahmen. Erst hinter der Position, an der sich normalerweise der FOH-Platz befinden würde, habe ich einen Pegelabfall von 3 dB eingestellt - man kann sich also ganz hinten in der Halle an der Bar anstrengungslos ein Bier bestellen …“ (schmunzelt)