28. März 2018

Raum. Klang. Welten.

Raumwelten – Plattform für Szenografie, Architektur und Medien. So der Titel. Zum sechsten Mal in Ludwigsburg. Und trotz der Bezeichnung keine digitale Plattform im Netz, sondern ein weitestgehend analoger Kongress. Zugleich Forum und Inspiration für alle, die sich der Kunst der Inszenierung im Raum widmen. Allein vom 16. bis 25. November 2017 kamen so über 7.000 Kreative und Entscheidungsträger nach Ludwigsburg. d&b war zum vierten Mal als Sponsor dabei.

„Es ist uns wichtig, dass Sound eine größere Rolle spielt in der Architektur“, so gleich in der Begrüßungsrede Prof. Ulrich Wegenast von der Hochschule für Film- und Fernsehen in Potsdam und künstlerischer Geschäftsführer. Kann es einen klangvolleren Auftakt zur dieser Veranstaltung geben? d&b begrüßt diese Aussage und freut sich auf spannende neue Herausforderungen und die Chance, ganzheitliche Raumkonzepte mitgestalten zu können.

Wegenast formuliert die Anforderungen aus einer weiteren Perspektive: „Allein durch Produktvielfalt, Digitalisierung und die Individualisierung von Kundenwünschen muss heute der inszenierte architektonische Raum viel mehr leisten. Und das bei geringerer Raumkapazität und kleinerem Budget“.

Neue faszinierende Möglichkeiten der Digitalisierung, zukunftsweisende Trends und Produkte in allen Gewerken sowie der Anspruch, die Komponenten in einem kreativen, gesamtheitlichen Konzept miteinander korrespondieren zu lassen. All das wird im Rahmen von Raumwelten künstlerisch reflektiert und ambitioniert diskutiert.

Aber wie stellen sich diese Entwicklungen aus der Sicht eines Künstlers dar? Wie erlebt und nutzt er diese neuen Gestaltungsmöglichkeiten für seine Inszenierungen? Das erläutert Kurt Dahlke in seiner Keynote „Audio-Design in der Architektur“. Dahlke, Pionier der elektronischen Musik, machte zu Zeiten der Neuen Deutschen Welle mit der Band Fehlfarben auf sich aufmerksam. Bekannt wurde er aber auch durch seine kreativen Soundinstallationen, nicht zuletzt mit Systemen von und in Kooperation mit d&b audiotechnik.

Sein jüngstes Projekt trägt den Titel: „Like Bird on the Wire“. Eine Installation in der Innenstadt von Düsseldorf, bei der die Passanten auf einer 250 Meter langen Rolltreppe zur Stadtbahn von einem räumlich inszenierten Vogelgezwitscher vereinnahmt werden: Die Tiere scheinen die Passanten lautstark zu verfolgen, zu begleiten oder sie plötzlich zu überfliegen. Ein ganz alltäglicher Weg wird plötzlich zu einem inspirierenden Sinneserlebnis. Zu einem Abenteuer. Die Technologie dahinter: Rund um die Uhr erzeugt ein Synthesizer nach Algorithmen aus der Feder Dahlkes ein Vogelgezwitscher, das sich über Jahre hinweg an keinem einzigen Tag wiederholt – verteilt und bewegt über 48 Lautsprecher.

Klang-Pioniere wie Kurt Dahlke ebnen mit solchen Projekten neuer digitaler Technologie den Weg. Sie zeigen Möglichkeiten auf. Für Raumnachbildungseffekte. Für neue Sinneserfahrungen. Es geht um differenzierte Ausdrucksmöglichkeiten, um die Flexibilität von Veranstaltungsstätten für völlig unterschiedliche Aufführungsformate, um neuartige Erlebnisse für Zuhörer und Potenziale für Künstler. Kurz: um neue Möglichkeiten, Ideen und Visionen kreativ umzusetzen. In der Kunst ebenso wie bei Konzerten, Veranstaltungen oder jeder beliebigen Beschallungsanwendung.

Jüngstes Beispiel dafür ist auch d&b Soundscape (www.dbsoundscape.com). Die Technologie auf Basis des DS100 Audio-Prozessors gibt ihren Anwendern genau jene kreative Freiheit, die auch die Inspiration für Licht- und Set-Design bietet. „Moderne Beschallung und unsere Hör-Erfahrung werden nicht länger nur durch Physik bestimmt, sondern durch die unbegrenzte Kraft der Phantasie,“ so Georg Stummer vom d&b Produktmanagement während der gut besuchten Präsentation zur neuen d&b Soundscape.

 

Fotos: Raumwelten, Reiner Pfisterer