d&b KSL unterstützt die V-Serie in Glastonbury.

Mehr d&b Systeme als je zuvor beschallten 2019 das Glastonbury Festival – das KSL-System feierte sein Debüt auf The Other Stage, während die Y- und die V-Serie auf der Acoustic Stage exzellenten Klang für Hunderttausende Festivalbesucher boten.

Glastonbury-Veteran Skan, der seit 1990 die zweite Bühne des Festivals mit einer PA ausstattet, hat für The Other Stage das KSL-System eingesetzt, wo Haupt-Acts wie Tame Impala, Chemical Brothers und Christine and the Queens auftraten.

Wachsende Anforderungen an die Klangqualität des Festivals

„Bühnenumfang und technische Anforderungen nehmen jedes Jahr zu, also haben wir die Spezifikation und die Systemanforderungen dieser Tatsache angepasst”, sagt Matt Vickers, Chefplaner von Skan.

„Ausdruckstark, dicht und kristallklar ‘, diese Worte hörte man von gastierenden Tontechnikern, und die Kommentare backstage und direkt an unser Bühnenteam waren einvernehmlich, dass die KSL das bestklingende System mit dem besten Abstrahlverhalten auf dem ganzen Festival war.

Skan spezifizierte das KSL-System mit 20 Lautsprechern in jedem Hauptarray, dazu je 18 an den Seiten und 20 SL-SUBs, die in einem verteilten Array aufrecht an der Bühnenkante standen. Die Fills bestanden in der Mitte aus einem einzelnen geflogenen V-Array, die Outfills waren J12.

Spezifische Abstrahlbereiche

„Die Absperrung vor der Bühne einer Veranstaltung dieser Größe liegt etwa fünf Meter von der Bühnenkante entfernt; diesen Bereich können wir mit den geflogenen Arrays abdecken. Gleichzeitig ist es weit genug entfernt, damit der Klang von der zweieinhalb Meter hohen Bühne kommend wahrgenommen wird, ohne dass Bühnenrandsysteme vonnöten sind“, erläutert Vickers. „Die Fläche, die wir abdecken müssen, ist circa 120 m tief und 120 m breit. Es ist recht flach, es gibt im hinteren Bereich nur geringfügige Anhebungen und von der linken zur rechten Bühnenseite nur eine geringe Neigung.

„Doch wie immer gab es auch dieses Jahr einen Überraschungsauftritt – Lewis Capaldi. Zu ihm strömten die Leute, sie füllten die seitlichen Bereiche so raumgreifend und so weit in die Campingzone hinein, dass das System sich sowohl außerhalb der Achse als auch im Fernfeld gut verhalten musste, auch wenn das auf Kosten des erlaubten SPL ging.“

Strenge Kontrolle von Geräuschimmissionen

Wie bei den meisten Open-Air Veranstaltungen gibt es auch in Glastonbury strenge Lärmschutzkontrollen, damit die anderen Bühnen, die Campingzone und angrenzende Wohngebiete nicht beeinträchtigt werden.

„Vor ein paar Jahren habe ich ein NoizCalc-File für The Other Stage erstellt, weil dieser Bereich bekannt für Probleme durch Lärmbelastung außerhalb des Veranstaltungsgeländes ist, aber die Messungen haben uns nur in dem bestärkt, was wir ohnehin schon wussten, nämlich dass die größte Herausforderung dort der Wind und die Wetterschwankungen sind“, erläutert Vickers. „Das KSL-System ist bemerkenswert stabil, auch bei sehr starkem Wind; ich denke, dass liegt vor allem an der breitbandigen Direktivität der Arrays. Selbst wenn der direkte Klang regelrecht weggeblasen wird, ist der indirekte Klang tonal so konstant und kontrolliert, dass es in den Zuhörerbereichen kaum wahrnehmbare Unterschiede gibt.

„Zum ersten Mal konnten wir den starken Wind eher über die Wetterfahnen im Zuhörerbereich wahrnehmen als über umherwirbelnden Klangschwaden.”

Auf der Acoustic Stage hat Tom De Brabant von De Brabant Sound zusammen mit dem Verleiher Southby Productions die Spezifikation und Bereitstellung der V-Serie übernommen.

Herausforderungen der Acoustic Stage

„Eine der größten Herausforderungen ist das Zelt – es ist die zweitgrößte überdachte Bühne des Areals und bringt einige akustische Probleme mit sich“, sagt De Brabant. „Ich habe mit d&b gearbeitet, um über eine sehr präzise Konfiguration mit dem äußerst hilfreichen ArrayProcessing die negativen Effekte reflektierender Flächen zu minimieren.”

De Brabant und sein Team riggten die V-Serie auf beiden Seiten, B22-SUBs verstärkten den Tieftonbereich. Die Y-Serie diente als Frontfill, alles angesteuert von D80 Verstärkern und vernetzt über eine DS10 Audio Network Bridge.

„Es ist eine große Veranstaltung mit sehr herausfordernden Budgetbeschränkungen und extrem kurzen Umbauzeiten auf der Bühne”, erzählt De Brabant.

„Wir haben wirklich ein tolles Feedback von Tontechnikern, Agenten, Projektmanagern und natürlich von den Besuchern bekommen. Man hat uns zu diesem Klang beglückwünscht, und viele haben angemerkt, dass The Acoustic Stage nie besser geklungen habe.”

Vickers sagt abschließend: „Es ist immer schwierig, sich selbst, das System und das Team zu loben, ohne überheblich zu klingen. Doch wenn trotz der Tatsache, dass 70 Prozent der Bands ihre eigenen Konsolen mit festgelegten Voreinstellungen mitbringen, gastierende Tontechniker dich mit einem breiten Grinsen ansehen, weil sie unmittelbar das Ergebnis bekommen, das sie von ihrem Mix erwarten, dann weiß man, dass es gut ist!“

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