Bolidenklang aus Q-Systemen. In Stuttgart wurde das Daimler-Benz-Museum eröffnet.

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Automobilmuseen sind keine wirklich neue Erfindung. Anders als andere Gebrauchsgegenstände wurde die selbstfahrende Kutsche schon wenige Jahre nach ihrer Erfindung zum Kultobjekt und Gegenstand von Sammelleidenschaft. Erste Museen stellten folgerichtig die Objekte einfach in ihrer glanzvollen Schönheit zur Schau, angereichert durch technische Daten. Insofern verfolgt das neue Daimler-Benz-Museum in Stuttgart ein wesentlich umfassenderes Ausstellungskonzept. Bemüht es sich doch, die Faszination der Mercedes-Mobile in unterschiedliche Themenkomplexe zu gliedern und in einen historischen Zusammenhang zu stellen. Dabei wird auch die problematische Verstrickung des Konzerns in NS-Zeit und Krieg nicht ausgeblendet, und selbst die Verantwortung gegenüber Zwangsarbeitern wird ausdrücklich festgehalten.

Dennoch bleiben natürlich die auf Hochglanz polierten und ins rechte Licht gerückten Automobile von der ersten Motorkutsche über Rekordrennwagen bis zum Unimog-Arbeitstier das optische Herz der Sammlung. Präsentiert in einer Architektur, die für sich gesehen schon einen ganz eigenen optischen Reiz aussendet, sei es nun von den Schnellstraßen ihrer Umgebung aus gesehen oder im Inneren der Anlage, die der DNS-Doppelhelix nachempfunden ist und in der sich der Besucher nach einer einleitenden Aufzugfahrt vom obersten Stockwerk mit den frühesten "Werken" in sanften Spiralbewegungen den aktuellen Entwicklungen nähert.

Auf einer Ausstellungsfläche von 16 500 qm, die sich über neun Ebenen erstreckt, werden 160 Fahrzeuge und hunderte weiterer Exponate in zwei ineinander verschränkten Rundgängen präsentiert. Das Ausstellungskonzept des Büros HG Merz hat entlang des einen Rundgangs "Mythosräume" angeordnet, die die Geschichte der Marke chronologisch umfassen. Der zweite Rundgang gruppiert die Fülle der Fahrzeuge in fünf thematischen Sammlungsräumen, darunter auch erstmals einer zur Geschichte der Nutzfahrzeuge. Im Ausstellungsbereich "Faszination Technik" eröffnet sich dem Besucher ein Blick in die Arbeitswelt der Ingenieure und auf künftige Entwicklungen.

Im Unterschied zu öffentlichen Museen und erst recht zu den Kunstmuseen der Stadt, die sich in Stuttgart ja ebenfalls regen Zuspruchs erfreuen, ist die Herangehensweise eines privaten Markenmuseums natürlich ganz stark auf Identifikation und Emotionalisierung angelegt. Nicht der nüchtern-technische Aspekt überwiegt, sondern die bewusst evozierte Faszination. Das gelingt natürlich nur in einem Erlebnisraum, der den Besucher von Beginn an für sich einnimmt – und im Übrigen vergessen lässt, dass auch in einem Automobilmuseum natürlich nichts fährt. Das ist dem Architekten Ben van Berkel und den Ausstellungsmachern bestens gelungen. Und am Endpunkt im Erdgeschoss, in dem sich die beiden Rundgänge treffen, kann man sogar für einige Momente fast vergessen, dass man sich ja eigentlich in einem gigantischen Parkhaus befindet: Wie in einer Steilkurve sind hier Rennmaschinen aus mehr als hundert Jahren in einem virtuellen Rennen angeordnet, Videoprojektionen lassen LeMans-Atmosphäre entstehen – und das satte Röhren von Bolidenmotoren betäubt die Sinne. Reine Musik in den Ohren von Motorenfans. Und deshalb auch angemessen verstärkt durch acht d&b Q1-Systeme plus - natürlich! – vier Q-SUBs, die entlang der Kurve montiert wurden. Installiert wurden die Systeme wie übrigens auch ungezählte E0 Lautsprecher entlang der Rundgänge (für Berieselung und Durchsagen) von der Stuttgarter Mevis.tv.

Die offizielle Eröffnung des Museums fand am 19. Mai statt, ein Ereignis, das in allen Medien und in allen Sparten bis hin zum Feuilleton großen Widerhall fand. Gleich am ersten Wochenende, der Eintritt war frei, bildeten sich lange Schlangen vor dem Eingang mit Wartezeiten von bis zu zwei Stunden. Was die 30 000 Besucher aber trotz peitschendem Regen in ihrer Begeisterung nicht beeinträchtigen konnte. Tenor: "Es hat sich auf jeden Fall gelohnt." Wir dürfen also guten Mutes der Eröffnung des nächsten Stuttgarter Automuseums entgegen sehen, dem Porsche-Museum, das nur wenige Kilometer entfernt 2007 seine Pforten öffnen soll.

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