Deep Purple European Tour 2015: d&b rockt hart!

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Deep Purple gelten neben Led Zeppelin als Begründer des Hardrock-Genres und stellen mit ihrer jahrzehntelangen Bandgeschichte eine Ausnahmeerscheinung im schnelllebigen Music-Business dar. Hits wie „Black Night“, „Highway Star“ und „Child in Time“ sind Rock-Klassiker, und am berühmt-berüchtigten Gitarrenriff von „Smoke on the Water“ haben sich bereits Generationen pubertierender Nachwuchsgitarristen versucht.

Im Herbst 2015 machte die britische Hardrock-Legende in Deutschland Station. Die König-Pilsener-Arena in Oberhausen gehörte zu den größeren Venues der Tour, und entsprechend kam zur Beschallung das komplette mitgeführte „Besteck“ zum Einsatz, welches größtenteils den umfangreichen Ressourcen der TDA Rental GmbH entstammte. Rund 7.000 Gäste wurden in Oberhausen mit Lautsprechersystemen von d&b audiotechnik beschallt – dank ArrayProcessing mit einem gleichermaßen guten, definierten und angemessen lauten Sound in allen Arealen der Arena.

Lautsprecher

Links und rechts der Bühne wurden Line-Arrays geflogen, an deren oberen Enden sich jeweils drei J-SUB befanden. Direkt unter den Subbässen folgten zwölf J8, und nach unten hin wurden die Boxenphalanxen durch vier J12 abgeschlossen. Auf dem Boden unterhalb jedes Main-Hangs hatte die Ton-Crew einen Stapel aus drei J-SUB geschichtet – pro Seite sorgten somit drei geflogene und drei „bodenständige“ J-SUB für ein solides Bassfundament. „Sofern es die Gegebenheiten erlauben, versuche ich immer, so viele Boxen wie möglich aufzuhängen“, erklärte Sven Wiese, der seit 2011 als System Engineer für Deep Purple tätig ist und auch die European Tour 2015 begleitete. „Wenn es irgendwie möglich ist, hänge ich die 3/16-Variante. Falls das nicht geht, tendiere ich anstelle von 16 Topteilen zu einer 3/12-Anordnung - unter Klangaspekten bevorzuge ich fliegende Bässe.“ Den Job als Systemspezialist hat Sven Wiese von Tobi Hoff übernommen, der inzwischen am FOH-Platz für den guten Live-Sound von Deep Purple sorgt.

Als Outfills wurden in der König-Pilsener-Arena acht V8 pro Seite geflogen. Insgesamt sechs Q7 dienten als Nearfills: Je zwei der kompakten Lautsprecher standen hochkant auf den Subbassstapeln – drei übereinander geschichtete J-SUB plus Dolly ergeben eine quasi perfekte Höhe, um über die Köpfe der ersten Zuschauerreihen hinwegzukommen. Etwa zwei Meter links/rechts offcenter war darüber hinaus je eine Q7 querliegend an der vorderen Bühnenkante positioniert, aufgefüllt wurden jene Bereiche, die von den geflogenen J12 nicht mehr vollständig abzudecken waren.

Endstufen & Signalfluss

Für die Verstärkung standen in Oberhausen 30 d&b D80 bereit, die sich auf zwei Amp-Cities links und rechts der Bühne verteilten. Pro Seite waren acht D80 dem Main-Hang zugewiesen, zwei D80 versorgten den Outfill, drei D80 blieben den Subwoofern vorbehalten, und die verbleibenden beiden D80 trieben Nearfills und Sidefill an. Der Signalfluss war vollständig digital: Aus dem FOH-Pult (Midas PRO2C) erhielt Sven Wiese auf zwei AES/EBU-Leitungen drei digitale Audiosignale (links/rechts/Sub), die in einen Dolby Lake LP4D12 Prozessor geführt wurden. 
Selbstverständlich kam auf der Tour mit Gedanken an die hohe Endstufen-Kanalzahl sowie die umfangreiche Parametrisierung der D80 Amps die d&b Fernsteuer-Software R1 zum Einsatz. „Sämtliche systemspezifischen Filterungen werden ausschließlich in den DSP-Modulen der D80 Verstärker realisiert - im Gegensatz zum älteren Modell D12 sind die Gestaltungsmöglichkeiten beim D80 nicht mehr limitiert“, erklärt Sven Wiese.

ArrayProcessing

Auf der Deep Purple European Tour 2015 wurde mit ArrayProcessing gearbeitet. Als optional verfügbare Funktion innerhalb des d&b Simulationsprogramms ArrayCalc V8 stellt das mächtige Software-Tool ausgeklügelte Filteralgorithmen bereit, mit denen das Verhalten von d&b Line-Arrays über die gesamte Hörfläche eines Veranstaltungsortes berechnet und bei Bedarf optimiert werden kann. Bei definiertem Pegelverlauf wird durch eine Verbesserung der spektralen Konsistenz für jeden Zuhörer unabhängig von dessen individuellem Steh- bzw. Sitzplatz ein vergleichbares Klangerlebnis erzielt.

Das akustische Potenzial der d&b Serien J, V und Y lässt sich dank ArrayProcessing vollständig ausschöpfen: ArrayProcessing verwendet für verschiedene Line-Arrays eine einheitliche Zielvorgabe bezüglich des Frequenzgangs, was sicherstellt, dass alle in ein Setup eingebundenen d&b Arrays unabhängig von Serie/Länge/Krümmung die gleiche Tonalität erhalten. Die positiven Auswirkungen dieses Aspekts konnten beim Deep Purple Konzert in Oberhausen von Hörern mit Audio-Background leicht anhand der Übergänge zwischen den Main-Hangs (J-Serie) und den Outfills (V-Serie) nachvollzogen werden.

Demokratie für Schwermetaller

„Einer der Vorzüge von ArrayProcessing besteht darin, dass sich der Sound in einer Halle über eine vergleichsweise große Fläche sehr ähnlich darstellt“, sagt Sven Wiese. „Wenn man am FOH hört, sind bei korrekter Einstellung die Abweichungen zu dem, was die Konzertbesucher an ihren jeweiligen Positionen akustisch wahrnehmen, sehr gering. Das betrachte ich als einen riesengroßen Vorteil! Darüber hinaus kann man mit ArrayProcessing sehr kontrolliert steuern, wo genau im Venue es wie laut werden soll. Diese Möglichkeit ist allerdings mit Vorsicht zu genießen: Nach meiner Einschätzung ist es nicht der richtige Ansatz, in einer Halle erst einmal alles auf minus 2 dB Level Drop bei Entfernungsverdopplung zu stellen - wenn man derart verfährt, kommt man schnell in eine Situation, in der man mit lauten und zuvor nicht gekannten Reflexionen zu kämpfen hat. Es gilt, einen Mittelweg zwischen einer eher konservativen Pegelverteilung und einem progressiveren Ansatz zu finden, bei dem es auch in den hinteren Reihen laut bleibt beziehungsweise weniger leise wird.

Know-how statt Vollkatastrophe

Nach Ansicht von Sven Wiese ist ArrayCalc ein leistungsstarkes Werkzeug, das verständlich konzipiert und einfach zu handhaben ist. „Trotzdem sollte man als Anwender wissen, was man tut - es ist sicher sinnvoll, einen der von d&b zu vergleichsweise geringen Kosten angebotenen Workshops zu besuchen“, so Wiese. „Es wäre falsch, einen thematisch unvorbelasteten User mit ArrayProcessing zu konfrontieren, denn mit einem derart mächtigen Tool erhöht sich aufgrund der umfangreichen Eingriffsmöglichkeiten auch das Fehlerpotenzial dramatisch! Wenn beispielsweise aus Versehen einmal zwei Lautsprecherleitungen vertauscht werden, ist das bei einem konventionellen System zwar unschön, endet aber nicht unbedingt in einer Vollkatastrophe. Bei ArrayProcessing ist es hingegen extrem wichtig, dass jeder Lautsprecher am richtigen Endstufenkanal hängt, da für jede Box ein spezifisches Filterset gerechnet wird - wenn diese Zuordnung nicht stimmt, können ziemlich schräge Effekte zustande kommen! Ein Kardinalfehler wäre auch, einfach einmal überall alles gleich laut machen zu wollen – für einen sinnvollen Einsatz muss man schlicht und ergreifend Erfahrungen mit den Möglichkeiten von ArrayProcessing sammeln.“

Oldschool meets Digital Age

Den Einsatz von ArrayProcessing bei der Tournee von Deep Purple bezeichnete Sven Wiese als „absoluten Gewinn“ für sich und das Publikum. Auch FOH-Mischer Tobi Hoff äußerte sich sehr angetan und begeisterte die Konzertbesucher in Oberhausen mit einem kraftvollen, dennoch aber sehr differenzierten Sound, der die gesamte Frequenzbandbreite von punchiger Kickdrum und knurrendem E-Bass bis hinauf zu silbrig klangschimmernden Becken ohne jede Härte umfasste. Dazwischen fand sich viel Raum für das Gitarrenbrett von Steve Morse - sporadische Sound-Unklarheiten waren hier offenkundig dem bewusst gewählten Gitarrenverstärkerklang sowie dem Spiel des Musikers zuzuschreiben. Sehr schön stellte sich die erstaunliche Variationsbreite der für klassische Purple-Songs immens wichtigen Orgel dar, bei der es sich selbstverständlich um eine originale Hammond mit echten Leslie-Cabinets (und einem zerrenden Gitarrenverstärker) handelte – Oldschool vom Feinsten!

In der Besetzung Ian Gillan (Gesang), Roger Glover (Bass), Ian Paice (Drums), Steve Morse (Gitarre) und Don Airey (Keyboards) spielen Deep Purple seit 2002 zusammen und begeistern ihr Publikum wie eh und je - so auch bei der Show in Oberhausen. Die Zeit ist an Musikern wie Fans nicht spurlos vorbeigegangen, was insbesondere an der Vocal-Performance von Ian Gillan (70) auszumachen ist – seit dem wegweisenden Doppel-Live-Album „Made in Japan“ aus dem Jahr 1972 sind mehr als vier Dekaden verstrichen. Dennoch: Die Legende lebt – und rockt!

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