In der Würze liegt die Schärfe

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Vom Abbruch der Spice-Girls-Tournee kann man nun halten, was man will, Tatsache ist jedenfalls, dass die Band bei ihren Auftritten in den USA und Großbritannien hymnisch gefeiert wurde. Und wer könnte den Damen ihre Müdigkeit und Erschöpfung schon vorwerfen, nachdem sie offenbar alles gegeben und ein Wahnsinnsspektakel geboten haben?

In ganz Amerika haben Wigwam Acoustics zusammen mit Eighth Day Sound für die Beschallung gesorgt – auf Anraten von Toningenieur Ray Furze, der die Tournee begleitete, eine PA mit der J als Herzstück. "Die Lautsprecher der J-Serie habe ich im vergangenen Jahr zum ersten Mal bei der James-Reunion-Tour benutzt", sagte Furze in einer Konzertpause in der Londoner O2-Arena. "Auf dieser Tournee haben wir ganz unterschiedliche Veranstaltungsorte bespielt und haben es in jedem einzelnen bis in die hintersten Ecken krachen lassen. So etwas gefällt mir, und besonders wichtig ist dies bei der James-Band. Wir kamen spät abends in die Manchester-Evening-News-Arena, wir haben die PA geriggt, das Ganze angeschaltet und dann haben wir losgelegt – ohne Check, ohne EQ, ohne alles. Wir haben einfach den Schalter umgelegt, die Band kam auf die Bühne, und es klang toll. Das hat mich gepackt, denn an den meisten Orten hat man schon gewonnen, wenn man die PA einfach nur aufstellt. Das ist wichtig, schließlich müssen Tonleute heutzutage, wo so viel Wert auf die Show gelegt wird, froh sein, wenn sie überhaupt eine halbe Stunde für den Soundcheck bekommen."

In der O2-Arena bestand die PA aus drei Line Arrays auf jeder Seite der Bühne: das Haupt-Stereo-Setup; das ähnlich dimensionierte Off-Axis-Array und schließlich ein kleineres Q-Array für die Seitenplätze neben der Bühne. "Für große Stadien braucht man so eine Ausrüstung", sagt Furze. "Hier in der O2-Arena habe ich das Gleiche benutzt wie an den meisten Auftrittsorten in Amerika. In solchen Räumen braucht man viel Power, um alle Plätze zu beschallen, und das geht nur mit einer großen Menge Boxen. Wenn ein Toningenieur zum ersten Mal hier in die Arena kommt und seine normale Stadion-PA anbringen will, kann er Probleme mit der Schallabdeckung bekommen."

Furze mixt an einem Digico D5, die Vocals von der Bühne routet er analog durch fünf Focusrite Producer Packs. "Für jede Sängerin nehme ich den Pre-Amp mit Dekompression, DeEssing und EQ, dann A zu D Konverter in die Konsole. Wigwam, vor allem Chris Hill, hat Konsolen und System toll für mich konfiguriert. Von der Bühne wird das Signal dreigeteilt – zu mir kommen die Vocals analog, zu Matt Napier kommen sie auf die Monitore, und das dritte kommt in die Digico Stagebox." Das gesamte digitale Signal kommt für alle Fälle mit allen Kanälen der Band und dem Back-up der Vocals auf die Konsole. "Ich bin von meinem Systemingenieur Sid Rogerson verwöhnt. Er hat viel Zeit im direkten Schallbereich vor der PA verbracht und das Problem eines eventuellen Feedback bei den Mädchen mit einem Trick gelöst, den er im letzten Jahr auch bei George Michael angewandt hat. Da die vertikale Kontrolle der J-Lautsprecher genauso definiert ist wie die horizontale, hat er das zentrale System einfach ein wenig zur Seite gedreht, damit das Klangfeld direkt die Spitze der Schallrichtung kreuzt. Das ist perfekt, so bekommt man das meiste aus den Mikros der Mädchen heraus, deckt aber gleichzeitig auch die seitlichen Felder ab."

Furze erntete nicht wenig Lob für seinen Mix. "Die Girls haben nie besser geklungen", hieß es allenthalben. Und so können wir nur hoffen, dass sie irgendwann einmal wieder die Kraft finden für eine neue Tournee.

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