The Chemical Brothers auf Tour mit KSL

© Luke Dyson

Enhanced Dynamic Behavior, dynamisch konsistentes Verhalten – welch ein toller Titel für ein Album. The Chemical Brothers haben es zwar noch nicht geschrieben, aber man hat das Gefühl, sie könnten es tun. Ed Simons und Tom Rowlands, alles andere als konventionell, haben 2018 eine Tour beendet, die wieder einmal den Klang des Duos verändert hat. Das Publikum hörte gleichzeitig Vertrautes und vollkommen Neues. „Chris Fitch von Skan bot uns die Gelegenheit, ein neues Vorreiterprodukt an der Spitze der Audioentwicklung auszuprobieren‟, sagt der langjährige FoH-Techniker Shan Hira. „Da ich wusste, dass Scott Essen, der immer tolle Arbeit leistet, als Systemtechniker dabei war, konnte ich das Angebot einfach nicht ablehnen.”

Die Gelegenheit kam in Form von voller breitbandiger Direktivität, „Es war ganz einfach eine PA, die von vorn bis hinten genau das tat, was wir von ihr wollten‟, sagt Hira. „In der Amsterdamer AFAS und in Paris Bercy hatten wir großen Spaß damit, und voll zur Geltung kam das System dann im Alexander Palace in London – nicht gerade ein einfacher Saal zum Mischen, aber ich hatte das Gefühl, mehr Kontrolle zu haben als je zuvor in diesem Raum.‟

Besagtes System war die kurz zuvor eingeführten KSL-Serie von d&b audiotechnik, „Mit dem Aufkommen der Line Arrays und mit präzisen Modellierungs-Tools konnten erfahrene Systemtechniker und Sound-Designer problematische Raumakustiken für einige Zeit zähmen, doch das präzise Abstrahlverhalten der KSL über die gesamte Audio-Bandbreite bis hinunter zu 50 Hz ist eine äußerst willkommene Funktion‟, findet Matt Vickers von Skan, der beim Einsatz von d&b Systemen im Live-Bereich regelmäßig vom d&b Entwickungsteam beraten wird. „Die Kontrolle der schwierigen oberen Bassfrequenzen war lange Zeit für die meisten Systeme eine Herausforderung. Anstatt über die Sache hinwegzugehen, sind die Jungs von d&b diesem Problem entschieden entgegengetreten und haben eine Lösung gefunden, die wirklich funktioniert.‟ Das sieht Hira genau so: „Mit der KSL macht das Mischen Spaß, du kannst dich durch das ganze Spektrum spielen, selbst durch die tückischen oberen Bassbereiche – du hast alles in der Hand.‟

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Skan, bekannt für gründliche Arbeit und strenge Maßstäbe, sah in der KSL noch weitere Vorteile, die das Unternehmen veranlasst haben, das System bei Live-Auftritten auf seine Tourfähigkeit zu testen. Für Vickers ist der Headroom essenziell für die Leistungsfähigkeit eines jeden Systems. „Was das präzise Abstrahlverhalten angeht, ergibt das kompromisslose hohe Leistung. Die erweiterte Tiefton-Performance scheint keine negativen Auswirkungen auf den Headroom zu haben. Wir selbst müssen uns nur weiter schulen, um das System bestmöglich zu nutzen.‟

„Mit der ArrayProcessing-Funktion (AP) der Simulations-Software kann der Headroom im Planungsstadium einkalkuliert werden. Das ist wirklich wichtig, denn wir als Systemtechniker haben weiterhin die Kontrolle. AP bietet viele Optionen und zeigt realistische Resultate an, die man auf der Basis der ausgewählten Arrays erzielen kann. Wenn einem Anwender die Luft ausgeht, hat er entweder die falsche Anzahl an Boxen für den verfügbaren Raum gewählt oder er versucht, den Gesetzen der Physik durch übertriebene Signalbearbeitung zu trotzen.‟

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Scott Essen, Hiras Systemtechniker für die Tour, hat einen weiteren praktischen Vorteil entdeckt: „Mit der SL-Serie von d&b gibt es nun drei Möglichkeiten, Arrays zu fliegen: 1) das herkömmliche Tension Rigging, 2) Compression Rigging mit dem Handhebelzug für die Krümmung oder 3) Compression Rigging mit einem Motorzug für die Krümmung. Im Verlauf des letzten Jahres haben ich und ein paar andere Skan-Systemtechniker unter Matt Vickers Anleitung hin und wieder mit der GSL, der großen Schwester der KSL, gearbeitet. GSL ist das erste Line Array mit kontrolliertem Abstrahlverhalten über die gesamte Betriebsbandbreite. und wurde für große Hallen und Stadien entworfen. Die Wahl des Rigging verstand sich hier von selbst – es ist eine schwere Box, also hat Skan sich hier standardmäßig für Option 3 entschieden. Der Einsatz dieser Methode ist einfacher, schneller und handlicher als entsprechend lange Line-Array aus J-Serie Lautsprechern.‟

„Bei der KSL steht das Urteil noch aus. Skan hat große Erfahrung mit dem Fliegen der J-Serie von unseren eigenen Carts im verfügbaren Tension-Modus, sodass wir das schnell, sicher und sauber hinkriegen. Doch nach meiner Erfahrung mit der motorisierten Compression-Methode auf der Tour der Chemical Brothers haben wir das Gefühl, dass dieses System vorne liegen wird, weil wir uns daran gewöhnt haben, anders zu arbeiten.‟ Vickers fügt eine interessante Beobachtung hinzu. „Im November 2018 haben wir im San-Mames-Stadion in Bilbao die GSL eingesetzt. Ich kann zuverlässig bezeugen, dass das System in einem so großen Stadion voll in Fahrt kommt. Es funktioniert offensichtlich in Arenen und klingt immer noch faszinierend, wie das letzte Jahr gezeigt hat. Wir liefern die GSL gern für solche Umgebungen, wenn der Kunde das will, aber man muss auch andere Faktoren berücksichtigen wie etwa Gewicht, Skalierbarkeit für kleinere Veranstaltungsorte während derselben Tour und die Line-Array-Länge relativ zu den Modulen, die für die Signalverarbeitung verfügbar sind usw. Mitunter gibt es die Tendenz, einfach das ‘größte’ System zu wählen. Das Wichtigste ist für uns die Zusammenarbeit mit unseren Kunden und die Betrachtung eines Projekts als Ganzem, um sicherzugehen, dass wir für einen konkreten Anlass das beste Produkt empfehlen. Es fühlt sich absolut so an, als würde die KSL perfekt in den Arena-Markt passen – sie hat die richtige Größe und das richtige Gewicht, sie ist leichter skalierbar für die unterschiedlichen Größen und Auslegungen der Veranstaltungsorte auf einer Tour, sie ist gut zu transportieren und hat den Vorteil, mehr Module pro effektiver Line-Array-Länge für die Signalverarbeitung in problematischen geschlossenen Räumen nutzen zu können.‟

„Bis heute meine ich – und das berichten auch immer unsere Tour-Techniker –, dass die J-Serie gegenwärtig rund um den Globus das konsistenteste Beschallungssystem ist‟, schließt Vickers. „Unser J-Rig hat uns noch gar nie im Stich gelassen. Nachdem das ArrayProcessing entwickelt worden war und die Grenzen noch mehr ausgeweitet wurden, hat die J weiterhin zuverlässig abgeliefert. Dennoch glaube ich, dass die KSL ein bedeutender Schritt nach vorn und über die J hinaus sein wird und wenn die Anwender die Vorteile des kontrollierten Abstrahlverhaltens über die gesamte Betriebsbandbreite erkennen, wird die Nachfrage nach dieser Technik steigen. Ich hoffe, dass die KSL bald als die sinnvollste und praktikabelste Lösung für Arena-Tourneen aufgenommen wird und den Platz einnimmt, den die J-Serie in der Vergangenheit so perfekt ausgefüllt hat.‟

Aus Hiras Sicht versteht sich das von selbst: „Wenn man das KSL-System einmal benutzt hat, wenn man einmal auf den Geschmack gekommen ist, wird einem klar, dass man nicht zurück will. Ich arbeite schon lange mit der J-Serie und hatte Erfolg damit, noch immer ist es das beste, weltweit jederzeit verfügbare System. Als Toningenieur stehen jetzt die KSL und die GSL oben auf meiner Wunschliste.‟

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