Der Klang der Farbe Lila.

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1982 erschien Alice Walkers Südstaatensaga "Die Farbe Lila", 1983 wurde sie mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, 1985 führte Steven Spielberg die Regie des gleichnamigen Films. Natürlich mit Starbesetzung bis in die Nebenrollen, darunter Whoopi Goldberg und Oprah Winfrey. Letztere produzierte 2005 zusammen mit Scott Sanders und Quincy Jones das Broadway-Musical "The Color Purple". Im April 2007 ging das Stück auf US-Tournee und wurde überall begeistert gefeiert. Nicht zuletzt für den Sound, den Jon Weston konzipiert und realisiert hat. Westons große Liebe galt immer dem Musical, seine Karriere begann im Aufnahmestudio. "Ich war aber lieber im Studio als in der Technik – es gibt nichts Vergleichbares als mitten in einem Riesenorchester zu sitzen."

Seine Begeisterung für Live-Einspielungen hat ihn schließlich Ende der Achtzigerjahre aus dem Studio ins pralle Leben geführt. "Ein Freund empfahl mich damals an das New Yorker Theater, ich hatte Glück, denn Abe Jacob nahm mich." Weston begann ganz unten. Fünf Jahre lang mixte er für Abe Jacob, den legendären "Godfather of Theatre Sound Design" (Jesus Christ Superstar, A Chorus Line, Pippin, Chicago, Cats, Evita), dann arbeitete er mit Martin Levan (Phantom of the Opera, Starlight Express, Aspects of Love, Carrie). "Mitte der Neunziger fing ich dann mit dem Sound Design an. Es hatte sich einfach so ergeben. Dadurch hatte ich mehr mit dem musikalischen Leiter zu tun und mehr Kontrolle über das künstlerische Schaffen. Ich wollte mich als Toningenieur weiterentwickeln, und über die Konzipierung bekam ich wesentlich mehr von den Faktoren mit, die das Hören jenseits von Performance und Mix beeinflussen."

Dieses Wissen brachte Weston mit ins Cadillac Palace Theatre von Chicago, wo The Color Purple zum Tourneeauftakt gastierte. "Das ist kein normales Durchschnittsmusical – die musikalische und emotionale Bandbreite in der Orchestrierung ist immens; da ist alles drin, von ganz leise und gefühlvoll bis hin zu inbrünstigem Schmettern, das das Publikum vom Hocker reißt." Doch Weston ließ sich darauf ein – mit einer neuen PA, der J-Serie im Line-Array. "Mein Freund Lucas Corrubia, dessen Meinung ich hoch schätze, schlug vor, ich sollte mir mal die J8 anhören. Ich verwendete schon seit geraumer Zeit kleine E3s für Foldback, Frontfill und gelegentlich auch als Sidefill. Also habe ich d&b um eine Demo gebeten und mit William Cornell vom d&b-Büro in Asheville telefoniert; ich erklärte ihm, was ich brauche, und er versprach, sich darum zu kümmern. Auch unser nächstes Gespräch war sehr ausführlich und fruchtbar. Cornell ist nicht nur Verkäufer, offenbar ist er ebenfalls ein guter Ingenieur. Er hatte auch mit anderen über meine Pläne diskutiert und sich überlegt, was diesbezüglich möglich wäre. Seine eingehende Beratung hat mich überzeugt. Und schließlich bestellte ich die J, ohne sie je gehört zu haben."

Phil Lojo, Toningenieur der Musical-Produktion, hat das System installiert. Die Hauptbeschallung wurde über ein zentrales Line-Array aus J8 und J12 Systemen realisiert, links und rechts mit Q1 Lautsprechern, E3 als Frontfill, rechts und links des Portals mit C7 und für das Stage Foldback E3 und E12-SUB. "Mit J8 und den Q1 Systemen oben am Bühnenportal konnte ich genau die Bereiche ansteuern, die ich wollte. Außerdem ist der Klang sehr viel wärmer, es klingt gar nicht wie ein Line-Array. Der Saal ist tief und breit, die Schallabdeckung war also nicht ganz einfach, doch ich muss wirklich sagen, dass ich nie mit einer zuverlässigeren und genaueren Simulationssoftware gearbeitet habe."

"The Color Purple" wird weiterhin in Cleveland, Cincinnati, Baltimore, Detroit, Pittsburgh und Philadelphia bis zur Derniere am 3. August 2008 im Fox Theatre von Atlanta, Georgia, vor vollen Häusern aufgeführt.

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