Wie man "Carmina Burana" zum Tanzen bringt. Und dabei das Leben junger Menschen verändert.

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Royston Maldoom sieht nicht aus wie das Klischeebild eines feinsinnigen Choreographen, eher würde man ihm den Lastwagenfahrer abnehmen. Nach einer problematischen Jugend entschied er sich von einem Tag auf den anderen für den Tanz, und als ihm klar wurde, dass ihn sein Körperbau nicht zum brillanten Tänzer prädestinierte, verlegte er sich auf die Choreographie.

Seit mehr als 30 Jahren macht er mit (Straßen-) Kindern Tanztheater, aber erst der viel gelobte und preisgekrönte Film "Rhythm is it!" wurde zum epochalen Durchbruch in der musikalischen Jugendarbeit – und dürfte die Krönung seines Lebenswerkes sein. Zum vierten Male erarbeitete er nun zusammen mit dem kongenialen Sir Simon Rattle ein "Education"-Projekt für die Berliner Philharmoniker. Diesmal brachte man Carl Orffs "Carmina Burana" zu Gehör und auf die Bühne der Berliner Treptow-Arena. Denn natürlich bietet der verschachtelte Raum der Philharmonie nicht den Platz für mehr als 200 Tänzer.

Die Arena ihrerseits steht nicht gerade für brillante Akustik, und so war das Händchen von FOH-Tonmeister Holger Schwark gefragt, der die beiden seit Monaten ausverkauften Konzerte über die von Neumann & Müller gestellten d&b Systeme beschallte. Zum Einsatz kamen acht J8- und vier J12-Systeme. Aufgrund der schwierigen Dachkonstruktion der Arena, die ab einer Höhe von 5 m von einem Stahlfachwerk bis zum First getragen wird und durch die Anforderung, die Arrays außerhalb der Bühnensicht zu hängen, waren zudem Q-Systeme als Delays gefordert.

Mit den Mittelalter-Szenen der "Carmina Burana" - Orff vertonte hier Teile einer Sammlung von Vagantenliedern - verfährt Maldoom illustrativer als gewohnt. Wie schon in den Achtzigern, als er das Stück für Straßenkinder in Adis Abeba einrichtete, interpretiert er das Stück als Jugendritus über Lebenskreislauf und Selbstfindung. Fortuna schwingt eine blutschwarze Fahne. Der gebratene Schwan wird als Knabe unter der Käseglocke serviert. Indem jeder Darsteller ein bisschen sein eigenes Ding macht, gewinnt das Ergebnis im Ganzen großen Charme von Unschärfe und Authentizität. Man sieht jedem Jugendlichen die Lust und Hoffnung an, die er in diese Arbeit projiziert. Immerhin das Ergebnis monatelanger Arbeit zusammen mit anderen, die zuvor ebenfalls wenig oder gar keinen Zugang zu klassischer Musik oder Ballet hatten.

"You can change your life in a dance class," ist das Credo Maldooms, der den Jugendlichen in der Vorbereitungszeit vieles abverlangt, vor allem aber Schweiß und Disziplin. Was in Treptow nun zum wiederholten Male zu erleben war, ist ein ergreifendes Schauspiel von Lebenslust und Gemeinsinn vor der Klangkulisse eines großartigen Orchesters – weit weg vom Elfenbeinturm. Schön, dass unsere Jüngsten, die J-Serie, mit dabei sein durften.

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