Das Dänische Parlament hört auf d&b

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Mit seinen 179 Abgeordneten (von denen jeweils zwei Grönland und die Färöer-Inseln vertreten) ist das dänische Parlament ein hervorragendes Beispiel dafür, was man mit den richtigen Proportionen erreichen kann. Was die Effizienz angeht, so gibt es in ganz Europa kein besseres Forum für das Ausarbeiten, Debattieren und In-Kraft-Setzen von Rechtsvorschriften. Aber genau wie in allen Parlamenten benötigen auch die dänischen Abgeordneten ein klein wenig Hilfe, im Plenum laut und verständlich genug zu ihren Kollegen zu sprechen.

"Es handelte sich hier ausschließlich um eine Audio-Installation," erklärt Bjarne Rasmussen, Systemdesigner von Informationsteknik Scandinavia A/S. "Es gibt ein paar ältere LCD-Displays für die Tagesordnung und Abstimmungsergebnisse im Plenum, aber die wurden vor 15 Jahren installiert; es kann also gut sein, dass wir auch sie bald erneuern werden." Informationsteknik Skandinavia A/S ist das führende Unternehmen im Bereich Konferenzen und kommerzielle Präsentationen in Dänemark. Es wird regelmäßig damit beauftragt, diskrete AV-Installationen für prominente Kunden zu entwickeln, zu denen auch die Regierung zählt. "Für die Audio-Anlage haben wir ein komplettes Mikrofonsystem installiert," fährt Rasmussen fort, "eines an jedem Sitz; und ein verteiltes Audiosystem. Das Mikrofonsystem besteht aus zwei Teilen; alle Sitze sind mit Mikrofonen unserer eigenen Marke, DIS (Danish Interpretation System), ausgestattet, für das Rednerpult haben wir ein DPA 4023 ausgewählt, weil wir der Ansicht sind, dass es für diese Position aufgrund seiner Off-Axis-Response eines der besten ist. Bisher hat der Redner ein Hypercardioid-Mikrofon verwendet, bei dem es jedoch für die Zuhörer zu Verständnisproblemen kam, wenn er den Kopf drehte, während er sprach."

Akustisch gesehen ist das Plenum, wiewohl geprägt durch eine Menge Holzvertäfelungen und Teppichboden, nicht so einfach zu beschallen, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat; die Decke ist nämlich mit 14 Metern sehr hoch, so dass der Nachhall ein Problem darstellt. "Eine Jordan Acoustic Messung ergab 3,5 Sekunden, also berieten wir uns mit den Architekten von Henrik Levison, die für dieses denkmalgeschützte Gebäude zuständig waren." Schließlich wurden mit Steinwolle gefüllte Paneele verwendet, "Dadurch wurde der Nachhall auf sehr viel angenehmere 1,4 Sekunden reduziert, so dass wir uns an die Audio-Installation machen konnten. Das ursprünglich installierte System war mehr auf Longthrow ausgelegt und wurde für schwierige Anwendungsbereiche wie z.B. Bahnhöfe entwickelt, wo eine schmale vokale Bandbreite von Vorteil ist. In langen Debatten konnte es deshalb sehr ermüdend sein, einer Stimme zuzuhören, die klingt, als käme sie aus einem Telefon.

"Die Abstrahlcharakteristik war ebenfalls sehr wichtig, wir mussten ein sehr gleichmäßiges Abstrahlverhalten über hundert Prozent des Zuhörerbereichs erzielen, zu dem auch die Gänge zwischen den Sitzen zählen. Die Abgeordneten bewegen sich während der Debatten oft durch den Raum. Wir führten über den Zeitraum eines Jahres hinweg viele Tests durch und ließen uns von einer Gruppe von Abgeordneten Feedback geben. Diese Leute sind ausschlaggebend und waren nicht an den Messungen unserer Prüfinstrumente interessiert, sondern sagten uns sehr direkt, was erforderlich war. So wollten sie zum Beispiel in der Lage sein, eine Rede auch dann gut verstehen zu können, wenn sie sich durch den Raum bewegten."

Die 140° des bisherigen Beschallungssystems genügten nicht, um das halbkreisförmige Plenum vollständig abzudecken, dafür waren 180° erforderlich. "Das Design an sich war einfach, ein Centercluster aus drei Q7 Lautsprechern übernahm den Hauptbereich, einige E0 Lautsprecher die problematischeren Flächen und E3 Lautsprecher die Galerie, in der ehemalige Parlamentsabgeordnete und Mitglieder der königlichen Familie an den Sitzungen teilnehmen können. Aber auch hier gab es Probleme mit dem Denkmalschutz. Die Architekten hatten zwar Verständnis für die Beschallungsanforderungen, sahen sich aber letztendlich nicht in der Lage, die Idealposition des Centerclusters zu genehmigen. Die genehmigte Position war dann doch machbar; indem ich die linken und rechten Lautsprecher mit einer Zeitverzögerung belegte und den mittleren Lautsprecher mit einer anderen, war das Hörverständnis wieder in Ordnung. Diese Lautsprecher reagieren sehr gut auf Rosa Rauschen, und so war es möglich, von jeder denkbaren Position im Raum aus Artefakte zu ermitteln und die Phasenüberlappung zu korrigieren."

"Bei den Installationsarbeiten," so Rasmussen schließlich, "hatten wir Glück; das dänische Parlament macht nämlich eine Sommerpause, und so standen wir nicht unter dem Druck, der oft bei Installationen in der freien Wirtschaft herrscht. Das Endergebnis ist äußerst zufrieden stellend, und das System liefert einen natürlichen Klang, der allen sehr gefällt."

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