Eine variable akustische Lösung für das Granoller Theater in Barcelona

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Obwohl es eine moderne Konstruktion aus Beton und Glas ist, hat das Granollers Theater Auditorium nördlich von Barcelona diesen speziellen Touch, den die Katalanen solchem, eigentlich leblosen Material verleihen können. Dramatik, Licht und Schönheit aus kaltem grauen Beton zu zaubern, erfordert schon ein besonderes Talent. Es ist außerdem sehr intelligent aufgebaut, elegant geschwungene vertikale Platten an seinen Flanken spenden den Glaswänden willkommenen Schatten. Aber die Leblosigkeit schaffte es dennoch, sich in anderen, problematischeren Formen zu manifestieren. "Das Auditorium war sehr trocken," erzählt der Head of Sound von Granollers, David Carrión. "Weniger als eine Sekunde Nachhall war nicht gerade die Akustik, die wir uns für unsere Veranstaltungen gewünscht hatten." Glücklicherweise verfügt Carrión über zwanzig Jahre Erfahrung als Tontechniker und wusste, was zu tun war: ein Surround System zur Unterstützung der Akustik musste her. "Wir haben ein System entworfen, das für drei Nachhallzeiten konfiguriert ist: 1,2 Sekunden für Jazz, 1,6 Sekunden für Gegenwartsklassik und 2,0 Sekunden für klassische Musik."

Die Wahl des richtigen Systems war dann jedoch nicht so einfach. "Neben der Lösung des Nachhallproblems musste das gewählte System leistungsstark und neutral genug sein, um jede Show von Rock bis Theater beschallen zu können," fährt Carrión fort. "Das Design musste gut platzierte Schallquellen umfassen, um ein korrektes virtuelles Abbild des Theaters zu erzeugen. Unser Technischer Leiter, Jordi Tarrida, und ich schrieben einen offenen Wettbewerb für sämtliche Marken aus. Wir trafen unsere Entscheidung schließlich aufgrund folgender Kriterien: Orchester, akustische Studien und Sound Design, Preis, Sicherheitsaspekte, Größe, Gewicht und spezielle Farboptionen sowie neue Technologien bei Hardware und Software. Wir wählten ein d&b System, nachdem wir sämtliche Vergleiche durchgeführt hatten, wobei der Preisfaktor nicht an erster Stelle stand."

David Rosello von d&b audiotechnik Spanien war für das System Design verantwortlich, während der lokale Lieferant Toni Puig von Sonostudi die Installation durchführte. Lars Frederiksen vom d&b Application Support Team sorgte für die technische Unterstützung des Nachhallsystems. "Bei der Haupt-PA handelt es sich um die d&b Q-Serie in einer Links/Mitte/Rechts-Konfiguration," kommentiert Rosello. "Die Q-Serie Lautsprecher wurden anstelle einer Ci-Serie Installation für das Hauptsystem gewählt, da wir so viel Gain wie möglich vor dem Feedback wollten. Ci80 Lautsprecher wurden jedoch an den Seitenwänden in einer Links/Rechts/Hinten Surround-Konfiguration mit weiteren CI80 an der Decke eingesetzt," fährt Rosello fort.

Frederiksen erzählt weiter: "Bei den akustischen Modifikationen liegen achtzig Prozent des Fokus auf der frühen Reflektion, die das Gefühl der Räumlichkeit erzeugt, das nach Auffassung des Publikums fehlte. Die Länge der Nachhallzeit ist in diesem Zusammenhang nicht so wichtig. Aber künstlich durch die PA erzeugte Reflektionen von ca. 50μ sind sehr wichtig, um dieses Raumgefühl zu schaffen." Ein TC Electronics Rev 6000 Controller wurde eingesetzt, um die Konfigurationen einzustellen, und die ROPE C Software von d&b übernahm die Kontrolle der Pegel und etwas EQ. "Das Besondere an diesem System ist, dass es dem Theater eine variable Akustik gibt. So kann bei unterschiedlichen Aufführungen stets genau die richtige Akustik geschaffen werden."

Das Konzept des elektronischen Akustikverstärkungssystems im Theaterauditorium von Granollers besteht darin, einige wenige, aber dafür hochwertige Geräte für die gesamte Signalkette zu verwenden. Zwei Schoeps MK-8G Mikrophone nehmen den Sound auf der Bühne auf, der dann über einen GML 8304 Pre Amp verstärkt wird, bevor er an den TC Electronics Controller geschickt wird. Von dort wird das Signal direkt an die d&b D12 und E-PAC-Verstärker verteilt, ohne dass ein Mixer beteiligt ist. Im TC Electronics Controller wurden verschiedene Presets geschaffen, die für die Akustikverstärkung bei unterschiedlichen Gegebenheiten sorgen. Die d&b Verstärker werden vom PC aus über die d&b ROPE C Software fernüberwacht, in der Presets eingerichtet wurden, mit denen zwischen den verschiedenen Akustikverstärkungskonfigurationen und anderen spezifischen Konfigurationen für Theater, Jazz, Rock und andere Genres gewechselt werden kann.

"Ich hatte schon Erfahrung mit d&b Equipment und kannte seinen neutralen Klang und die Leistungsfähigkeit," erläutert Carrión. "Aber die Fernüberwachungsmöglichkeiten der ROPE C Software erwiesen sich als perfekte Kontroll- und Systemüberwachungslösung. Bei den Tests führten wir Live-SPL-Messungen für mehrere Frequenzen an vielen Punkten im Auditorium durch, um das Abstrahlverhalten und das Imaging zu prüfen. Es war sehr wichtig, dass man einfach von einem Setup auf ein anderes umschalten konnte; das Publikum hat die Verbesserung sofort zur Kenntnis genommen und scheint sehr zufrieden zu sein".

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