Trotz Corona: d&b Soundscape erweckt Oper zum Leben.

Nach dem Produktionsstart von „Least Like the Other“ wollte die Irish National Opera mit ihrem Stück im August 2020 auf Irland-Tournee gehen. Wegen der Corona-Pandemie drohten die Produktion und Aufführung jedoch auf Eis gelegt zu werden. Durch den Einsatz von d&b Soundscape kommen Opernfans jetzt doch in den Genuss dieses Werks – in einer Form, die in der Opernwelt ihresgleichen sucht.

„Least Like the Other, Searching for Rosemary Kennedy“ ist ein nachdenklich stimmendes, experimentelles Musiktheaterstück von Brian Irvine und Netia Jones. Das Werk rekonstruiert mithilfe von bearbeitetem Archivmaterial Ereignisse aus dem Leben von Rosemary, der ältesten Tochter von Joe und Rose Kennedy und Schwester von JFK. Für die ursprüngliche Opernproduktion waren fünfzehn Live-Musiker, darunter ein Streichquartett, Tasten-, Holz- und Blechblasinstrumente sowie ein Improvisationsensemble, vorgesehen.

Als sich die Corona-Lage im März 2020 zuspitzte, zeichnete sich für das Produktionsteam ab, dass die Produktion nicht wie geplant fortgesetzt werden konnte. Wie viele andere auf der Welt war es deshalb gezwungen, über eine alternative Aufführungsmöglichkeit für das Stück nachzudenken.

„Für uns war es sehr wichtig, die Produktion in irgendeiner Form fortzuführen“, sagte Gavin O’Sullivan, Produktionsleiter der Irish National Opera.

Wir hatten monatelang an dem Stück gearbeitet und wollten unser großartiges Team in dieser bedrohlichen Zeit für die gesamte Branche weiter beschäftigen und einen Weg finden, dieses spektakuläre Stück zu zeigen.“Gavin O’Sullivan, Produktionsleiter, Irish National Opera

Um das Werk überhaupt aufführen zu können, mussten strenge Sicherheits- und Hygienevorschriften eingehalten werden. Das bedeutete, dass die Besetzung auf der Bühne erheblich verkleinert werden musste. Zudem musste das Produktionsteam eine Möglichkeit finden, das Live-Orchester in das Stück zu integrieren, ohne dass die Musiker im selben Raum mit den Darstellern und dem Publikum sein würden. Sounddesigner David Sheppard von Sound Intermedia hatte schon lange vor Corona nach einem entsprechenden Konzept gesucht.

„Als tourender Künstler konnte ich es angesichts der Klimakrise irgendwann nicht mehr vor mir rechtfertigen, um die ganze Welt zu jetten“, sagte Sheppard. „Deshalb fing ich an, mir Gedanken darüber zu machen, wie man ein Stück international zur Aufführung bringen kann, ohne dass das gesamte Ensemble mitreisen muss.“

Für Sheppard war es jedoch keine Option, einfach Musikaufnahmen über ein konventionelles Soundsystem abzuspielen – er suchte nach einer eleganteren und anspruchsvolleren Lösung.

Als klar war, dass das Orchester nicht im selben Raum mit uns sein durfte, wussten wir, dass wir diese fehlende Dimension durch etwas Gleichwertiges ersetzen mussten, um das Stück dennoch mit Leben zu füllen. d&b Soundscape bot dafür die Lösung.Gavin O’Sullivan

Mit d&b Soundscape konnte das Team die Klänge der Orchesterinstrumente in verschiedenen Bereichen der Spielstätte platzieren. Gesteuert wird Soundscape von der DS100 Signal Engine, einem revolutionären Audio-Systemprozessor, der eine leistungsstarke Dante-fähige Signalmatrix bereitstellt. Unvergleichlichen kreativen Spielraum bieten indessen die zwei Software-Module En-Scene und En-Space.

d&b En-Scene ist ein Objektpositionierungs-Tool zur individuellen Platzierung und Bewegung von bis zu 64 Klangobjekten. Bühnenszenarien werden realistisch dargestellt, sodass jedes Klangobjekt optisch und akustisch übereinstimmt. d&b En-Space ist ein Inline-Raumemulations-Tool, mit dem sich Nachhallcharakteristika für jeden Raum erzeugen und modifizieren lassen. Die Nachhallcharakteristika sind Emulationen, abgeleitet aus den akustischen Messungen von neun renommierten internationalen Veranstaltungsorten, die im Audio-Prozessor gefaltet werden.

Brian Irvine, Komponist von „Least Like the Other“, sah die Situation nicht als Hindernis, sondern als Chance. „Ich bin fest davon überzeugt, dass jede Herausforderung die Möglichkeit birgt, etwas Neues, Mutiges zu erschaffen“, sagte er. „Seit Jahren bin ich auf der Suche nach neuen Wegen, um Oper für noch mehr Menschen zugänglich zu machen. Mit Soundscape ist uns genau das gelungen.“

Irvine und die Autoren des Stücks hatten die Idee hinter Soundscape verstanden. Es ging nicht darum, die Produktion um ein Element ärmer, sondern reicher zu machen.

Wir mussten erst begreifen, dass das Lautsprechersystem nicht nur dazu diente, die Produktion hörbar zu machen, sondern als Teil der Theatertechnik die Darbietung des Stücks zu einem ganz neuen Erlebnis für das Publikum machte.Gavin O’Sullivan

„Es war ein großartiger Augenblick, als das gesamte Team Soundscape zum ersten Mal erlebte. Die Lautsprecher wurden unsichtbar und es klang, als wären die Instrumente live mit uns in einem Raum“, fuhr er fort.

„Mit Soundscape kann man quasi in verschiedene Teile der Musik hineinzoomen. Denn durch die Tiefe und Klarheit des Klangs kann man jedes Instrument klanglich und örtlich deutlich heraushören“, sagte Sheppard. „Wäre ich im Publikum, würde ich wahrscheinlich annehmen, dass das Orchester irgendwo im Saal versteckt sitzt – so immersiv ist diese Lösung.“

Als ob das Produktionsteam nicht schon vor genug Schwierigkeit stand, kam ein weiteres Hindernis hinzu: Aufgrund von Reisebeschränkungen konnte Sheppard nicht zu den Proben nach Dublin reisen. Das Team der Irish National Opera sowie die Autoren des Stücks Irvine und Jones waren jedoch entschlossen, Soundscape und Sheppard einzubinden und verlegten die gesamte Produktion kurzerhand in einen Proberaum in Belfast.

Angesichts der umfangreichen Schließung von Spielstätten war es keine leichte Aufgabe, in Belfast einen Proberaum zu finden. Schließlich konnte das Team ein Lagerhaus nutzen, in dem normalerweise Technopartys stattfinden. Durch geschickte Verhüllungs- und Umbaumaßnahmen wurde aus dem Nachtclub ein Opernhaus, das aussah wie das O‘Reilly Theatre in Dublin, wo das Stück zuerst gezeigt werden sollte.

Während Sheppard mit dem Team in Belfast probte, setzte Kevin McGing das Sounddesign in Dublin um.

„Die Übergabe von Soundscape verlief nahtlos. Zu dem Zeitpunkt waren alle von dem System und seinen ebenso simplen wie hochkreativen Eigenschaften überzeugt“, sagte Sheppard. „Die Produktion verlief auch dank der Unterstützung von d&b reibungslos. So konnte ich bei meiner Abreise aus Belfast die Leitung mit gutem Gefühl abgeben.“

d&b begleitete das Soundteam während des gesamten Prozesses.

Es war für alle eine herausfordernde Zeit, aber d&b unterstützte uns bei jeder Entscheidung, die wir trafen. Ich spürte, wie leidenschaftlich das Team daran interessiert war, dass die Produktion fortgesetzt werden konnte. Bei d&b hat man das Gefühl, dass es nicht nur um das Produkt geht, sondern um die Kunst, die dadurch zum Leben erweckt wird.David Sheppard, Sounddesigner, Sound Intermedia

Sobald die Corona-Beschränkungen in Irland gelockert werden, kommt das Stück hoffentlich in Dublin zur Aufführung. In der Zwischenzeit hat das Team begonnen, die Produktion für ein rundum immersives Bühnenerlebnis aufzuzeichnen. Für Sheppard ist die Produktion schon jetzt ein voller Erfolg, da sie noch vor der ersten Aufführung so viele Menschen zum Umdenken bewegt hat.

„Ich hoffe sehr, dass die Produktion in der einen oder anderen Form aufgeführt wird. Auf jeden Fall hat sie aber inzwischen schon viele Menschen von den Möglichkeiten von d&b Soundscape überzeugt und somit den Weg für vollkommen neuartige Produktionen in der Zukunft geebnet.“

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