Grundlagen von Spatial Audio

Was bedeutet Spatial Audio (in der professionellen AV-Technik) und welche geschäftlichen Anforderungen erfüllt es?

Die kurze Antwort:

Mit Spatial Audio lassen sich Audioobjekte innerhalb eines definierten Raums positionieren und verschieben, sodass es scheint, dass der Klang von bestimmten Orten kommt und nicht aus den Lautsprechern. In einem professionellen (B2B-)Umfeld verbessert es das Audio Imaging (der Klang entspricht dem, was die Menschen sehen) und kann zudem eine virtuelle Akustik erzeugen und einen Raum wie einen anderen klingen lassen.

Die ausführliche Antwort:

Wie es funktioniert

Spatial Audio betrachtet jede Klangquelle als ein „Objekt“, das sich positionieren und verschieben lässt. Dadurch kann die Wahrnehmung erzeugt werden, dass der verstärkte Ton (Schauspieler, Moderatoren, Instrumente) ganz natürlich von der Stelle kommt, an der er visuell zu sehen ist, und nicht so sehr aus der PA.

Warum es wichtig ist

Zu den wichtigsten Vorteilen zählen bessere Sprachverständlichkeit und ein höheres Maß an Realismus für Live-Performances, ein intensiveres Besuchererlebnis und ansprechendere Präsentationen in Unternehmen sowie im Bildungsbereich.

Typische Anwendungsbereiche

Liveauftritte (verbesserte Verortung und Verfolgung der Klangquellen); immersive Erlebnisse (360°-Bewegungen und Übereinstimmung mit der visuellen Ebene); Unternehmens- und Bildungsbereich (Platzierung und Einbindung von Moderatoren/Referenten).

Wodurch unterscheidet sich objektbasiertes Spatial Audio von Stereo oder Surround-Sound?

Die kurze Antwort:

Traditionelle Formate sind kanalbasiert (feste Wiedergabekanäle wie bei Stereo oder 5.1). Objektbasierte Systeme ordnen jede Klangquelle einzeln dem Lautsprecher-Array zu, wodurch flexiblere Lautsprecheranordnungen und eine präzisere Positionierung ohne strenge Formatregeln möglich werden.

Die ausführliche Antwort:

Kanalbasiert vs. objektbasiert

Kanalbasierte Mischungen werden zu einer festen Anzahl von Wiedergabekanälen summiert, wodurch sich die Position des Zuhörers und die Lautsprecheranordnung stark auf das wahrgenommene Klangbild auswirken. Objektbasierte Systeme ordnen die Eigenschaften jedes Objekts direkt dem Lautsprecher-Array zu.

Flexibilität

Da objektbasierte Systeme (bis zu einem gewissen Grad) unabhängig von der Anzahl und Position der Lautsprecher sind, ermöglichen sie im Vergleich zu herkömmlichen Surround-Systemen vielfältigere Aufstellungsvarianten.

Integration

Objektbasiertes Rendering lässt sich in Show-Control- und Tracking-Workflows integrieren (z.B. über OSC), wodurch das Verschieben und Positionieren in Echtzeit ermöglicht wird.

Wie viele Lautsprecher werden für Spatial Audio benötigt und wo sollten sie platziert werden?

Die kurze Antwort:

Die erforderliche Anzahl hängt von der Raumgröße, der gewünschten Abdeckung (z.B. 180° vs. 360°) und der für die präzise Positionierung von Objekten benötigten „Auflösung“ ab. Eine höhere Anzahl von Lautsprechern führt in der Regel zu einer höheren Auflösung, indem Lücken geschlossen und feinere Bewegungen ermöglicht werden.

Die ausführliche Antwort:

Wichtige Faktoren für die Dimensionierung

Folgende Faktoren sind zu berücksichtigen: (1) die Größe des Publikums- bzw. Hörbereichs, (2) den gewünschten Abstrahlwinkel und (3) die für das gewünschte Erlebnis benötigte Positionierungsgenauigkeit.

Positionierungsprinzip

Lautsprecher sollten rund um das Publikum bzw. den Hörbereich positioniert werden, sodass Objekte korrekt lokalisiert werden können und zugleich die Anforderungen an den Schalldruckpegel und die Abdeckung erfüllt werden.

Abwägungen bezüglich der Auflösung

Eine höhere Anzahl von Lautsprechern führt in der Regel zu einer höheren Positionierungsgenauigkeit, indem Lücken zwischen den Klangquellen geschlossen werden.

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